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WobIntosh

Suchmaschinen verbieten jetzt! (09.12.2015)

2 min read

(von meiner alten Yellow-Installation)

 

Es kann ja keiner sagen, wir Norddeutschen hätten keinen Humor - immerhin ertragen wir seit Jahren die unsäglichen Urteile des Landgerichts Hamburg, die ja nur als Satire gemeint sein können, so einen Schwachsinn würde über IT-Themen ja sonst keiner urteilen.

Aber irgendwo ist dann auch mal gut mit Lachen. Und dieser Punkt ist jetzt erreicht.

Eine Rechtsanwältin aus Norddeutschland hat nämlich Klage eingereicht gegen SUMA-EV, den Betreiber-Verein von MetaGer; Grundlage ist das freundlich ausgedrückt fragwürdige Urteil des EuGH zum "Recht auf Vergessen":

Konkret klagt die Rechtsanwältin, Links zu löschen, die auf Webseiten mit einem Namen zeigen, der dem ihren ÄHNLICH ist. Lässt man, so die Begründung der Einstweiligen Verfügung, in dem Namen der Anwältin einen Buchstaben weg, so werden beim Suchen nach diesem Namen Ergebnisse angezeigt, die der Klägerin missfallen.

Dass das eine schwachsinnige Begründung ist, dürfte wohl offensichtlich sein, sonst könnte ja jeder Meier/Meyer oder Schmidt/Schmid/Schmitt/... kommen und jammern. Konkret wäre da beispielsweise Helmut Schmitt* zu nennen, der sich beschwert:

Wenn man einen Buchstaben weglässt, kommt da die Aussage, ich würde rauchen, das stimmt aber doch garnicht, was sollen denn meine Arbeitgeber von mir denken?

Wenn wir also die Betreiber von Suchmaschinen verpflichten, so zu verfahren, kommen bald die Leute mit Schreibfehlern, Wörtern die Assoziationen wecken könnten oder Leute, über die etwas geschrieben wurde auf Zeitungsseiten, auf denen auch etwas über einen Mord steht.

Würde irgendjemand auf die Idee kommen, sowas bei Print-Medien zu fordern? Zeitungen dürfen keine Artikel mehr schreiben, bei denen die (wie auch immer) Betroffenen mit anderen Personen ähnlichen Namens verwechselt werden können? Wohl kaum.

Und da wundern sich Politik und Wirtschaft noch, dass Deutschland im internationalen Vergleich nicht mithalten kann, wenn es um digitale Medien geht...

*) fiktiver Charakter

Quelle: Pressemitteilung von suma-ev.de